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Bericht Wolfgang Reichl zum Nachtyoga

Resumee von Wolfgang Reichl zu seinen bisherigen Erfahrungen in der Dunkelheit

Wolfgang Reichl

Als ich das erste Mal davon hörte "Zeit in der Dunkelheit" zu verbringen, war ich sofort begeistert. Ich wusste ganz genau dass es mir gut tut. Ich spürte direkt ein Verlangen nach dieser Dunkelheit.
Ich kaufte mir gleich das Buch von Holger Kalweit und habe nach etwa 20 Seiten entschieden - kein Buch, ich will die Realität erleben. Gedacht, getan und gebucht.
Im Mai 2006 erlebte ich meine ersten 10 Tage in absoluter Dunkelheit und ohne Essen. Es war für mich faszinierend und eine ganz neue Erfahrung. Ab diesem Zeitpunkt hat sich mein Leben wieder mal bedeutend geändert. Ich wusste auf einmal was richtig und gut für mich war. Doch nicht sofort. Die Dunkelheit ändert dich behutsam und nicht schnell. Man könnte auch sagen, dass die Dunkelheit ein stiller Therapeut ist die dich lange begleitet. Noch Monate später erkannte ich Neues in meinem Leben das im Nachinhein betrachtet in dieser Zeit der Dunkelheit ausgelöst bzw. Raum dafür geschaffen wurde.
So habe ich damals 2006 etwas ganz Wichtiges für mich erlebt, ich habe Angst gegen Vertrauen getauscht. Ich weiß nicht, wie das damals in der Dunkelheit funktioniert hat. Es war kein bewusstes Erleben. Es ist einfach geschehen. Spurlos und leise. Erst zwei Jahre später bemerkte ich, dass ich schon ewig keine Angst mehr hatte. Ich reflektierte meine Vergangenheit und konnte eindeutig die Zeit der Dunkelheit als Wende erkennen.
Auch andere Erlebnisse ließen mich umdenken und schenkten mir mehr an Vertrauen. Auch später bemerkte ich, dass mein Urvertrauen deutlich gestiegen ist.
Auch 2008 konnte ich wieder profitieren. Details dazu gleich weiter unten.

Jede Person die das Gefühl in sich spürt "ja, die Dunkelheit könnte auch mir gut tun" soll es machen. Doch wenn Sie Skepsis spüren, sich bei diesem Gedanken unwohl fühlen, dann lassen Sie es. Zwingen Sie sich nicht in der Hoffnung, dadurch irgendwas Besonderes zu erleben (müssen). Hoffen Sie nicht auf Erleuchtung oder was auch immer.
Menschen die dzt. in ärztlicher Behandlung sind, Psychopharmaka zu sich nehmen oder sonst psychisch labil sind empfehle ich davon Abstand zu nehmen.

Kurzer Erfahrungsbericht zum Nachtyoga vom 24.11.-05.12.2008

Gleich vorweg, ich habe in der Zeit des Nachtyogas sieben Kasetten mit Texten besprochen. Das sind etwa 12 Stunden. Details dazu folgen später. Folgend ein grober Überblick, den ich nach der Niederschrift der Kasetten noch ausweiten werde.


Ursprünglich wollte ich 20 Tage in absoluter Dunkelheit und ohne Nahrungsaufnahme, nur mit Wasser und Tee, verbringen. Natürlich kein Kontakt nach Draußen. Nur einmal täglich sollte Holger zu einem Gespräch vorbeikommen. Dieses Gespräch nutzen wir um von mir Erlebtes zu reflektieren und um unsere Erfahrungen zu den verschiedensten Themen auszutauschen.

Tag -1
Die Hinreise gestaltete sich schon abenteuerlich, da bei meinem Kontrollanruf Holger erstaunt fragte "Was, du kommst doch noch?". Aufgrund "komischer" Umstände glaubte Holger dass nicht ich, sondern "meine Frau" käme, bzw. jemand anderer. Ein volles Durcheinander welches im Nachhinein nicht mehr zu erklären war. Wie auch immer, ich durfte dann in einem externen Ferienhaus welches etwa 10 Minuten von seinem Haus entfernt war, den Nachtyoga starten. Und in seinem Haus befand sich eine Trainerin aus Österreich und eben diese eine Frau wo er dann nicht wirklich wusste, wer sie war. Hat sich dann bis zu meiner Abreise auch nicht wirklich geklärt. Irgendwie witzig und ver-rückt.

Tag 01
Begonnen bei einer Innenraumtemperatur von etwa 8 Grad. Dieses Ferienhaus war natürlich nicht geheizt und die Nachtspeicheröfen erwärmen sich bekanntlich erst in der Nacht. Nur ein kleiner Radiator und ein Heizstrahler erwärmten den Raum, langsam, ganz langsam.

Tag 02
Am nächsten Morgen war es dann schon warm und die nächste "Prüfung" ereilte mich: 2 Liter Salzwasser trinken. Warum? Ich hatte vor, zu fasten und dazu ist es hilfreich den Darm zu leeren. Also trinkt man auf nüchternen Magen zwei Liter Salzwasser (etwa 1 gestrichener Esslöffel Himalaja Salz auf 1 Liter Wasser). Die nächsten 1-2 Stunden verbringt man dann in unmittelbarer Nähe der Toilette.

Nach der "Entleerung" fühlt man sich irgendwie frei. Dieses Gefühl tut echt gut. Holger Kalweit macht diese Übung teil bis zu 1 x pro Monat (am Morgen Salzwasser trinken, ganzen Tag nichts essen und am nächsten Morgen wieder normal frühstücken).

Ab Mittag habe ich dann Wasser (Lauretaner Mineralwasser - hoch empfehlenswert, gerade zum entschlacken) und Tee getrunken. Die Teesorten waren mir egal. Einfach der Nase nach gewählt (gesehen hab ich ja nix). Dieser zweite Tag war noch mit Müdigkeit durchwachsen und so schlief ich sehr oft ein. Das tat der Entspannung sehr gut.

Leider leisteten die Nachtspeicheröfen nur bedingt ihren guten Dienst. Bei den eisigen Themparaturen in der Nähe des Schluchsees von etwa -10 bis -15 Grad war die Auskühlung des Ferienhauses deutlich erkennbar. Ertragbar war es echt nur neben den Nachtspeicheröfen. Mitten im Raum war die Kühle immer wieder erkennbar. Da kommt noch dazu, dass ich ein Fan von hohen Themperaturen bin. Also alles über 20 Grad ist mir sympathisch, alles was drunter ist mag ich weniger. Also den nächsten Nachtyoga mach ich wieder im Sommer.

Tag 03
Ab dem 3. Tag wurde es dann sehr interessant, weil die Entspannung immer tiefer wurde und so auch Meditationen schon wesentlich wirkungsvoller abliefen. Jedoch verspürte ich am dritten Tag leichte Kopfschmerzen, die mit der Entschlackung zu tun hatten. Auch die fehlende Nahrungsaufnahme (Fastenkrise) wirkte sich aus. Nachts kamen dann auch starke Muskelschmerzen hinzu. Nur ein aktives "radeln" im Liegen schaffte Abhilfe. Hinzu kam auch die fehlende Müdigkeit. So wurden die Nächte schon ganz schön lange.

Tag 04-05
Die Kreativität steigerte sich immer weiter und so wurde der 4. und 5. Tag geprägt durch viele Ideen die nur so sprudelten. Aktive Projekte erfuhren eine deutliche Vertiefung und wichtige Ergänzungen sind mir eingefallen. Auch neue Ideen kamen hoch.
Interessanterweise kam mir eine völlig neue Idee zu einem Produkt, welches es dzt. noch nicht am Markt gibt. Gleich nach meiner Rückreise habe ich gegoogelt und tatsächlich keinerlei Hinweise darauf gefunden. Was für ein Glück! :-))

Die "Sinn-Krise" habe ich dieses Mal nicht erlebt. Es war für mich klar und logisch, dass ich dies tun werde. Auch war für mich klar, hier 20 Tage zu verharren. Jedoch wollte ich mich nicht auf die 20 Tage versteifen. Ich wollte abwarten wie es sich entwickelt. Stichtage wären für mich der 13. Tag und der 17. Tag gewesen.

An diesen Tagen begleitete mich auch ein starker Schneesturm. So konnte mich Holger an einem Tag gar nicht besuchen. Doch das störte mich weniger.

An einem der Tage erlebte ich auch eine sehr tiefe Meditation die mir einen eindeutigen Blick in das Totenreich ermöglichte. Details dazu werde ich noch veröffentlichen.

Tag 06-07
Hier habe ich dann etwa vier Bücher diktiert. Erst die Niederschriften werden zeigen, ob ich an alles gedacht habe oder ob ich noch viel ergänzen muss. Doch ich glaube, dass die Bücher fast fertig sind. Da es Arbeitsbücher sind, kann ich diese sicherlich bald einem Verlag vorlegen.


Tag 08
Am 8. Tag eröffnete in etwa 200 Meter Entfernung eine Baustelle. Ich vernahm Geräusche von Motorsägen und Dachdeckerhämmer. Also wurde da wohl irgendwo ein neuer Dachstuhl erstellt. Leider waren die Geräusche so laut, dass eine tiefe Entspannung nicht mehr möglich war. Es war für mich nicht möglich, diese Geräusche zu ignorieren. Ein verweilen im Raum mit einem Hörschutz war für mich nicht akzeptabel. Hier fühlte ich mich zu eingeengt und ich hätte auch das Klopfen von Kalweit nicht wahrnehmen können. Es wäre auch nicht ratsam gewesen, den einzigen Schlüssel Kalweit mitzugeben damit er jederzeit das Ferienhaus betreten zu können. Ein Eintreten in den Raum - wo ich mit Hörschutz gerade meditiere und mit dem Rücken zur Türe sitze - wäre für mich wohl mehr als nur erschreckend gewesen. Also inakzeptabel. Somit entschied ich mich am 9. Tag die Dunkeltherapie am 10. Tag zu beenden.

Tag 09
Den 9. Tag verbrachte ich noch mit der Aufarbeitung diverser Ideen.

Tag 10
Das Ende des tibetanischen Nachtyogas gestaltete sich sehr einfach. Ich erwachte etwa um 06:00 Morgens und blieb noch bis etwa 08:00 im Bett liegen. Danach ging ich brausen. Anschließend kleidete ich mich warm und zog mir noch die Jacke und Winterstiefel an. Mit Handschuhen und Haube gerüstet verband ich mir noch die Augen mit einem dicken Schal.
Dann ging ich nach draußen. Die Hände vorm Gesicht und an der Hausmauer tastend begab ich mich an die Sonnenseite des Hauses. Dort legte ich langsam die Augenbinde ab und versuchte langsam die Augen zu öffnen. Untypischer Weise kann ich nach 10 Tagen absoluter Dunkelheit total scharf sehen. Das ist außergewöhnlich, weil das lt. Kalweit bei keinem so ist. Die meisten sehen schlecht und brauchen ein paar Minuten, bis sich die Augen anpassen. Auch bei Menschen mit Brillen gibt es diesen Effekt. Doch bei mir ist alles scharf und deutlich zu erkennen. Auch dieses Mal dauerte es wieder etwa 5 Minuten, bis sich meine Fehlsichtigkeit einstellte. Dann setzt ich die Brille auf und begann einen kurzen Spatziergang.
Ich fühlte mich jedoch sichtlich schwach, hatte zittrige Beine und kam gleich außer Atem. Nach etwa einer halben Stunde kam ich wieder zurück ins Haus. Dann rief ich Kalweit an, dass er zum Haus kommen könnte. Ich packte meine Sachen und anschließend ging ich noch mit Kalweit essen. Wir reflektierten noch einige Inhalte und Erlebnisse.

Tag 10+1
Danach fuhr ich in ein nahegelegenes Hotel um mich auf das "normale Leben" einzustimmen. Hallenbad, Sauna und Wellness brachten mich wieder sehr schnell zurück. Ein ausgedehntes Abendessen mit dem Charakter eines "Dinners" versüßten meinen Abend.

Tag 10+2 Rückreise
Nach einer guten Nacht begab ich mich dann am nächsten Morgen auf die Rückreise und war nach 6 Stunden durchgehender Fahrt wieder zu Hause. Ich besuchte gleich meine Kinder und war zufrieden.